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Leben ohne Krankenversicherung – was sind die Folgen?

Eine Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht. Doch mehrere tausend Menschen in Deutschland leben dennoch ohne Krankenversicherung. Es steht zu erwarten, dass sich die Situation durch die aktuelle Flüchtlingskrise noch verschärfen wird. Welche Folgen hat das Leben ohne Krankenversicherung? Was passiert im Krankheitsfall?

Warum leben so viele Menschen ohne Krankenversicherung?

In Deutschland herrscht Krankenversicherungspflicht: Jeder hat sich bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zu versichern. Seit 2007 ist dies gesetzlich vorgeschrieben, schon zuvor war die Versicherungspflicht deutlich ausgeweitet worden. Schätzungen zufolge sind aber immer noch rund 80.000 Menschen ohne Versicherungsschutz. Andere Schätzungen gehen sogar von mehr als Hunderttausend Menschen aus, die ohne Krankenversicherung leben. Das hat natürlich Folgen: Eine gewöhnliche Arztpraxis können Patienten ohne Krankenversicherung nicht besuchen; dort ist die Vorlage der Versicherungskarte Pflicht.

Die gesetzliche Krankenkasse darf keine Versicherungspflichtigen zurückweisen, die privaten Versicherungen müssen Versicherten mit geringem Einkommen einen Basistarif anbieten. Bei Angestellten wird der Krankenversicherungsbeitrag direkt vom Lohn abgezogen, bei Empfängern von Grundsicherung bezahlt das Amt. Warum leben dennoch so viele Menschen ohne Krankenversicherung?

Einige der Nicht-Versicherten sind obdachlos, auch illegale Einwanderer sind nicht versichert. Einige Nicht-Versicherte gehen aber einer ganz geregelten Arbeit nach – oft sind es Selbständige und Freiberufler mit geringem Einkommen. Wo erhalten Nicht-Krankenversicherte noch Behandlung? Einige Ärzte behandeln nicht versicherte Patienten auf ehrenamtlicher Basis. Solche Praxen gibt es in vielen großen deutschen Städten, sind auf dem Land aber rar. Krankenhäuser dürfen unversicherte Patienten ablehnen oder einen Vorschuss in bar verlangen. Bei medizinischen Notfällen müssen sie behandeln, die Kosten hat dann das Sozialamt zu tragen – wenn die Krankenhäuser die soziale Notlage des Patienten nachweisen können. Daran scheitert es meist, die Krankenhäuser bleiben auf den Kosten sitzen.

Ist der Weg zurück in die Krankenversicherung möglich?

Strafbar ist es nicht, ohne Krankenversicherung zu leben. Es kann jedoch teuer werden – wenn man doch wieder den Schritt zurück in die Versicherung unternimmt. In diesem Fall sind rückwirkend Beiträge plus Säumniszuschläge zu entrichten. Die Beitragshöhe ist reduziert, 43 Euro fallen für jeden Monat ohne Versicherung an. Hinzu kommen die Säumniszuschläge, der je Monat ein Prozent des ausstehenden Beitrags beträgt. Ohne finanzielles Polster wird der Weg zurück in die Krankenversicherung also schwierig.

Auch eigentlich Krankenversicherte können irgendwann ohne Versicherungsschutz dastehen – wenn sie mit ihren Beitragszahlungen ins Hintertreffen geraten. Rauswerfen darf zwar weder die private noch die gesetzliche Versicherung säumige Mitglieder; die Krankenversicherungen dürfen jedoch ihre Leistungen einschränken. Erst wenn die Rückstände plus Strafzahlungen bezahlt sind, kommt die Kasse wieder für Behandlungen und Medikamente auf.

In der privaten Krankenversicherung gibt es seit dem 1. August 2013 einen Notlagentarif, der säumige Zahler auffangen soll. Der Notlagentarif kostet 100 Euro im Monat, deckt aber auch nur akute Behandlungen ab.

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